Ortsplanungsrevision - Zusammenfassung aller Eingaben

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So viel Ruag bleibt Thun erhalten

Thuner Tagblatt vom 11.03.2021, Marco Zysset

 

Mit dem geplanten Verkauf der Munitionssparte gibt der Rüstungskonzern Ruag einen historischen Firmenbereich auf. Was bedeutet das für Thun und das Oberland?

 

1 Welcher Teil der Ruag soll verkauft werden?

2019 entschied der Bundesrat - nicht zuletzt als Folge eines grossen Hackerangriffs von 2014 bis 2016 -, den Rüstungskonzern Ruag des Bundes in zwei Firmen aufzuteilen. Ruag International soll zu einem privaten Luft- und Raumfahrttechnologie-Unternehmen werden. Firmenteile, die nicht zu diesem Kerngeschäft gehören, sollen verkauft werden. Dazu gehört auch Ruag Ammotec, die unter anderem in Thun Munition für die Schweizer Armee und andere Streitkräfte produziert. Weltweit beschäftigt Ruag Ammotec rund 2500 Angestellte, rund 400 davon in Thun.

 

2 Warum soll Ruag Ammotec verkauft werden?

Der Bundesrat will Ruag International privatisieren, auch ein Börsengang ist eine Option. Gleichzeitig schrieb er im Frühling 2019, dass wichtige Bestandteile für die Produktion von Kleinkalibermunition wie etwa das Sturmgewehr 90 bereits im Ausland bezogen werden müssten. Die Rede war von Zündelementen oder Pulver.

 

3 Verschwindet die Munitionsfabrik aus Thun?

Zumindest vorerst nicht. Der Verkauf von Ruag Ammotec soll nach dem Willen des Bundesrates an strenge Auflagen geknüpft werden, sodass die Versorgungssicherheit für die Schweizer Armee jederzeit sichergestellt sei. Eine weitere Bedingung für den Verkauf ist, dass der Standort Thun erhalten bleibt. Schliesslich sei die Munitionsfabrik eine der modernsten in Europa.

 

4 Was sagt die Politik?

Bürgerliche Politiker wehren sich gegen den Verkauf der Munitionsfabrik. Nachdem ein Vorstoss des Berner SVP-Ständerates Werner Salzmann im Juni 2020 gescheitert war, hat der Nationalrat zuletzt dafür votiert, den Verkauf zu stoppen. Dies gegen den Willen des Bundesrates. Finanzminister Ueli Maurer (SVP) monierte, der Bedarf der Armee könne mit einem Leistungsvertrag gesichert werden. Ruag Ammotec sei Marktführer in Europa und beliefere nicht hauptsächlich die Schweizer Armee. Nun geht das Geschäft wieder in den Ständerat. Der 2019 kommunizierte Fahrplan sieht vor, dass Ruag Ammotec noch dieses Jahr verkauft wird.

 

5 Verschwindet der Name Ruag aus Thun?

Nein. Der grösste Teil der Präsenz von Ruag in Thun geht auf das Konto von Ruag Schweiz. Derzeit arbeiten neben den rund 400 Angestellten von Ruag Ammotec 492 Personen für die verschiedenen Firmenbereiche von Ruag Schweiz in Thun.

 

6 Was macht Ruag Schweiz in Thun und im Oberland?

In Thun hat Ruag Schweiz gemäss Sprecherin Kirsten Hammerich zwei Schwerpunkte: den Unterhalt von «schweren Systemen» - hauptsächlich Raupenfahrzeuge - für die Schweizer Armee und ein Testzentrum für Umweltsimulationen, Materialprüfungen oder einen Getriebeprüfstand. Dort können die Einwirkungen verschiedener Stoffe auf die Umwelt untersucht, aber auch Materialien selber geprüft oder Getriebe getestet werden. Zudem will Ruag Schweiz in Thun ein Zentrum bauen, in dem geprüft werden kann, wie gut Materialien und Bauten gegen elektromagnetische Strahlung geschützt sind. Ein weiterer Zweig sei der Einbau von Komponenten wie beispielsweise neuen Funkgeräten in Armeefahrzeuge.

In Zweisimmen wartet Ruag Schweiz mit 71 Angestellten die Fliegerabwehrsysteme der Schweizer Armee. In Wilderswil und Zweilütschinen sind insgesamt 274 Personen für den Unterhalt der «Subsysteme der Aviatik» besorgt. Will heissen: Sie kümmern sich um die elektronischen und hydraulischen Systeme von Militärjets, Helikoptern und Trainingsflugzeugen.

 

7 Was passiert mit dem geplanten Ruag-Hochhaus?

Ab 2013 plante die Stadt zusammen mit der Ruag Real Estate AG, einer Fachjury sowie der Halter AG aus Bern als Investorin ein Projekt für Geschäftsliegenschaften an der Allmendstrasse. Kern des Projekts war ursprünglich ein 55 Meter hohes Geschäftshaus. Im Juni 2019 beurteilte das damalige Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) das Hochhaus als «nicht genehmigungsfähig».

Nachdem der Kanton eine Beschwerde gegen diesen Entscheid abgewiesen hatte, wurde die Planung sistiert und neu gestartet, wie Ruag-Sprecherin Kirsten Hammerich sagt. Noch sei die Zeit aber nicht reif, um konkrete Inhalte zu kommunizieren.

 

500-jährige Geschichte

Die Geschichte der Ruag und insbesondere der Munitionsfabrik ist eng mit der Region Thun verbunden. Das Unternehmen geht zurück auf die Pulvermühle, die 1586 gegründet wurde. Als mit der Bundesverfassung von 1848 das Pulvermonopol des Bundesstaates eingeführt wurde, ging die Pulvermühle in den Besitz des Bundes über. 1863 wurde das Eidgenössische Laboratorium gegründet - auf Thuner Boden, aber nur wenige 100 Meter vom Standort der Pulvermühle entfernt, die 1862 bei einem Unfall zerstört wurde.

1874 wurde das Laboratorium in Eidgenössische Munitionsfabrik Thun (MF+T) umbenannt, unter diesem Namen ist sie im Volksmund in der Region noch heute bekannt. Seit diesem Jahr werden in Thun auch Geschütze gebaut - damals in der Eidgenössischen Waffenfabrik Konstruktionswerkstätte (W+F). Die Werke sind seit 1998 Teil des Rüstungskonzerns Ruag. Als dieser 2002 den deutschen Kleinkalibermunitionshersteller Dynamit Nobel AG übernahm, wurde die Firmeneinheit in Ruag Ammotec umbenannt. Die Produktion grosskalibriger Munition verkaufte die Ruag an die schwedische Saab Bofors Dynamics. Zu den Kunden von Ruag Ammotec gehören neben der Schweizer Armee die deutsche Bundeswehr und verschiedene Nato-Staaten sowie diverse Polizeikorps. (pd/maz)


Medienmitteilung vom 16. Juni 2020

   

Fussgänger- und Begegnungszonen in der Innenstadt bleiben

 Der Regierungsrat hat die Beschwerden gegen Entscheide des Regierungsstatthalters von Thun im Zusammenhang mit der Fussgänger- und den Begegnungszonen Innenstadt gutgeheissen. Der Thuner Gemeinderat begrüsst dies und kann damit den eingeschlagenen Weg fortführen.

 

Ende 2018 führte die Stadt Thun im Zuge der Eröffnung des Schlossberg-Parkings in der Innenstadt die Fussgänger- und eine weitere Begegnungszone ein. Seither gilt im Bälliz sowie in der Oberen und Unteren Hauptgasse ein weitreichendes Fahrverbot. Im Frühling 2019 erteilte der Regierungsstatthalter Thun der Stadt in diesem Zusammenhang Weisungen. So verfügte er ein Fahrverbot für Velos und eine Beschränkung des Warenumschlags auf den Vormittag. Dagegen reichten die Stadt Thun, der Gewerbeverein Thun und die Innenstadtgenossenschaft Thun (IGT) beim Regierungsrat des Kantons Bern Beschwerde ein. Jetzt hat der Regierungsrat diese gutgeheissen (vgl. Medienmitteilung vom 11. Juni des Kantons Bern). Der Thuner Gemeinderat nimmt diesen Entscheid erfreut zur Kenntnis. Damit bleibt die aktuelle Verkehrsregelung bestehen und kann nun hoffentlich im Grundsatz von allen akzeptiert werden. Mit Abschluss des Beschwerdeverfahrens werden die Verkehrsmassnahmen definitiv rechtskräftig, was Voraussetzung ist für ihre konsequente Durchsetzung.

 

 

Optimierungsmöglichkeiten sind erkannt

Unabhängig vom Beschwerdeverfahren führte die Stadt Thun Ende 2019 bei verschiedenen Interessengruppen eine Evaluation der Fussgängerzone durch. Die Rückmeldungen waren grundsätzlich positiv. Es zeigte sich aber, dass gewisse Verbesserungsmöglichkeiten bestehen, z.B. bezüglich Güterumschlag, Veloabstellflächen und gefahrenen Geschwindigkeiten. Der Gemeinderat hat das Tiefbauamt bereits beauftragt, ihm bis im Herbst konkrete Optimierungsmassnahmen zum Beschluss vorzulegen. Die Massnahmen sollen auch mit dem laufenden Studienverfahren zur Attraktivierung der Innenstadt abgestimmt werden. 

 


Referendum Hoffmatte

 

Brief an Thuner-Leiste:


Abstimmung vom 9. Februar 2020


Liebe Leistmitglieder der Stadt Thun
Anfangs Dezember 2019 ist mit fast 1000 Unterschriften innerhalb einer Woche das fakultative Referendum zur Hoffmatte zustande gekommen. Die gesamte Thuner Stadtbevölkerung wird damit über die Änderung des Zonenplans und Baureglements für die Hoffmatte abstimmen können.
Das Referendumskomitee Hoffmatte und der GSB-Leist unterstützen zwar die Absicht, auf der Hoffmatte neuen Wohnraum und ein Pflegeheim zu schaffen. Sie lehnen die ZPP Hoffmatte aber ab, weil mehrere weitreichende Aspekte in der Planung ungenügend berücksichtigt wurden.
So nehmen die geplanten Hochhäuser keine Rücksicht auf das umliegende Quartier. Mit einer Gebäudehöhe bis zu 30 m sprengt die Überbauung aus unserer Sicht das vertretbare Mass des Quartiers und der Stadt Thun (zum Vergleich: Die Gebäude von Meyer Burger, Transfair oder der Coop-Verteilzentrale sind ca. 17.5m hoch!).
Wir wollen verhindern, dass mit einer unangepassten Überbauung auf der Hoffmatte die Eigenheiten des Quartiers und des Stadtbildes von Thun beeinträchtigt werden und dass im Gwatt ein städtebaulicher Akzent geschaffen wird, der am Rand der Stadt nicht nach-vollziehbar ist.
Die Ansicht der Stadt, dass die geplante Überbauung der Hoffmatte einen städtebaulichen Gewinn für die Stadt darstellt und exemplarisch aufgezeigt wird, wie Siedlungsentwicklung nach innen auf verträgliche Art und Weise erfolgen kann, teilt das Referendumskomitee nicht.
Die Erschliessung der gesamten Überbauung (rund 300 Parkplätze in der 1. Etappe) erfolgt über die Eisenbahnstrasse in die anschliessenden Strassen (Hännisweg/Gwattstrasse resp. Pfandernstrasse/Gwattstrasse). Die Eisenbahnstrasse ist bereits heute – gerade während den Hauptverkehrszeiten - durch den Verkehr von Anwohnern, Firmen und deren Mitarbeitenden stark überlastet.
Die Eisenbahnstrasse (Tempo 50km/h!) ist an verschiedenen Stellen verengt und unübersichtlich (Längsparkplätze Pw und Lkw, Bereich Fussgängerunterführung Bahnlinie). Diesem Aspekt wurde bei der Planung der Stadt viel zu wenig Rechnung getragen; ebenso wenig der Tatsache, dass an der Kreuzung zwischen Hofacker- und Eisenbahnstrasse ein wichtiger Verbindungsweg für die Kindergarten- und Schulkinder durchführt, deren Sicherheit zusätzlich gefährdet wird (Verbindung zu den Schulen Obermatt und Buchholz).

Die Eisenbahnstrasse (Tempo 50km/h!) ist an verschiedenen Stellen verengt und unübersichtlich (Längsparkplätze Pw und Lkw, Bereich Fussgängerunterführung Bahnlinie). Diesem Aspekt wurde bei der Planung der Stadt viel zu wenig Rechnung getragen; ebenso wenig der Tatsache, dass an der Kreuzung zwischen Hofacker- und Eisenbahnstrasse ein wichtiger Verbindungsweg für die Kindergarten- und Schulkinder durchführt, deren Sicherheit zusätzlich gefährdet wird (Verbindung zu den Schulen Obermatt und Buchholz).

 

Das Referendumskomitee will mit einem NEIN zur ZPP Hoffmatte eine Neuplanung der Hoffmatte bewirken. Auf der Hoffmatte soll eine Überbauung entstehen, die neuen Wohnraum schafft, gleichzeitig aber auch die Konsequenzen auf Stadtbild, Verkehr und die Forderung nach einer energie- und umweltschonenden Bauentwicklung in die Überlegungen einbezieht. Die im Wettbewerb bereits angedachte weitere Projektetappe mit 16 weiteren Neubauten am Standort der Fabrikhalle der Hoffmann Neopac soll dabei nicht ausgeblendet, sondern in die jetzige Planung einbezogen werden.
Stimmen Sie daher NEIN zur Änderung des Zonenplans und Baureglements ZPP Hoffmatte


Freundliche Grüsse
René Feller                                                       Urs Weibel
Präsident GSB-Leist                                        Vizepräsident GSB-Leist
Mitglied Referendumskomitee Hoffmatte Mitglied Referendumskomitee Hoffmatte


Detaillierte Informationen finden Sie auf unserer Webseite:
www.gsb-leist.ch und www.referendumhoffmatte.ch

 


Weiterhin zwei Stadträtinnen aus dem Lerchenfeld im Thuner Parlament

Wir gratulieren den beiden Stadträtinnen Susanne Gygax-Wymann, EVP und Daniela Weber, SVP, zur Wiederwahl in den Stadtrat.

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2018.11.25. Stadtratswahlen Ergebnisse.p
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