Jetzt können Ideen für die Schule Lerchenfeld gesucht werden

 

22.01.2022  Thuner Tagblatt, Michael Gurtner

 

Thuner Stadtrat Über 30 Millionen Franken dürften die Sanierung und die Erweiterung der Primarschule Lerchenfeld kosten. Der Stadtrat hat Geld für den Architekturwettbewerb gesprochen.

 

Vom «wohl grössten Hochbauprojekt, das die Stadt je in Angriff genommen hat», sprach Bauvorsteher Konrad Hädener (Die Mitte) am Freitagabend im Stadtrat. Über 34 Millionen Franken sind im Aufgaben- und Finanzplan der Stadt für die Primarschule Lerchenfeld eingestellt. Ein Wettbewerb soll aufzeigen, wie sie am besten saniert und erweitert werden kann. Unter anderem mit einem Ausbau von 12 auf 16 Klassen und einer Doppelturnhalle (wir berichteten).

 

Für den Wettbewerb sind 730’000 Franken vorgesehen, wobei der Stadtrat den Investitionsanteil von 292’000 Franken bewilligen musste. Der Anteil «baulicher Unterhalt» liegt in der Kompetenz des Gemeinderats. «Es besteht dringender Handlungsbedarf», sagte Simon Werren (Fraktion Die Mitte/GLP) gleich zu Beginn der Diskussion - und sprach den nachfolgenden Rednerinnen und Rednern aus dem Herzen.

 

«Keine Euphorie»

Der Wettbewerb ist in zwei Schritten vorgesehen. Zuerst werden etwa zehn Planungsteams für die Aufgabe ausgewählt. Diese erarbeiten danach je ein Projekt. Aus den Vorschlägen wird der Sieger erkoren. Bis wirklich die Baumaschinen auffahren, dauert es ein paar Jahre. Der Gemeinderat schätzt, dass die Thunerinnen und Thuner 2026 an der Urne über das Projekt befinden werden. Die Umsetzung könnte bis 2032 erfolgen. «Die lange Bauphase löst keine Euphorie im Lerchenfeld aus», sagte denn auch Verena Schneiter (Fraktion EDU/EVP). Vielleicht gebe es eine Möglichkeit, Räume der Armasuisse zwischenzunutzen, damit der Bau beschleunigt werden könne. Werren stellte die Frage in den Raum, ob es Provisorien während der Bauzeit brauche.

 

Das Projekt sei wichtig für das Quartier, betonte Michelle Marbach (Fraktion Grüne/Junge Grüne): «Es kann den Leuten, die dort wohnen und arbeiten, Wertschätzung zeigen.» Dass es im Lerchenfeld zurzeit zwei Klassen mit 28 Kindern gebe, zeige, wie wichtig die Vorlage sei. «Das Lerchenfeld ist erfreulicherweise ein Quartier, das lebt und sich entwickelt», erklärte derweil Reto Schertenleib (SVP). Ob die teure Wettbewerbsform der richtige Weg sei, habe für Diskussionen gesorgt - letztlich sei es aber wohl ein effizienter Weg. Die hohen Kosten für den Wettbewerb sprach auch Barbara Lehmann Rickli (FDP) an - hier sei das Vorgehen jedoch sinnvoll. Sie begrüsste die geplante Doppelsporthalle. Die Wettbewerbseingaben würden zeigen, was räumlich, gestalterisch und ökologisch möglich sein werde, führte Adrian Christen (SP) aus. Aufgrund der offenen Formulierung könnten aber bei der Ökologie am ehesten Kompromisse gemacht werden. «Wir fordern im Wettbewerb konkrete Vorgaben etwa zum Minergie-Standard.»

 

Kosten wieder einspielen?

Gemeinderat Hädener ging auf die Kosten und die Frage nach möglichen Provisorien während der Bauzeit ein: Durch Ideen im Wettbewerb und geschickte Rochadenplanungen könne möglicherweise die Anzahl Provisorien minimiert werden. «Und wenn wir schon nur auf ein Provisorium verzichten können, haben wir die Wettbewerbskosten schon wieder eingespielt.» Der Stadtrat bewilligte den Kredit für den Wettbewerb am Ende einstimmig. (mik)


Schulanlage Lerchenfeld auch im Berner Landbote vom 21. Januar 2022


Wettbewerb für millionenteures Schulprojekt

 

08.01.2022  v/Thuner Tagblatt, Michael Gurtner

 

Die Schule Lerchenfeld soll für über 30 Millionen Franken auf Vordermann gebracht werden. Der Thuner Stadtrat befindet nun über einen Kredit für den Architekturwettbewerb

 

Fast 100 Jahre hat das 1926 gebaute Schulhaus im Lerchenfeldquartier auf dem Buckel. Bis 2009 kamen mehrere Zusatzbauten hinzu - 1953 etwa der Mittelbau mit Turnhalle. Doch der Erneuerungsbedarf ist gross, wie die Thuner Stadtregierung in einer Medienmitteilung vom Freitagmorgen festhält: «Die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Lerchenfeld hat für den Gemeinderat höchste Priorität.»

 

Heisst konkret: In den nächsten Jahren soll ein Projekt ausgearbeitet und realisiert werden, für das im Aufgaben- und Finanzplan der Stadt gesamthaft 34,3 Millionen Franken eingestellt sind. Es ist Teil einer regelrechten Infrastruktur-Offensive bei den Schulgebäuden mit Gesamtausgaben von rund 180 Millionen Franken (wir berichteten).

 

730’000 Franken

Nun steht beim Projekt im Lerchenfeld der nächste wichtige Schritt an. Am 21. Januar entscheidet der Stadtrat über den Kredit für einen Architekturwettbewerb. Dabei geht es noch nicht um die ganz hohen Geldbeträge: Die Kosten für den Wettbewerb belaufen sich auf 730’000 Franken. Der Stadtrat ist für den Investitionsanteil von 292’000 Franken zuständig. Der Anteil «baulicher Unterhalt» liegt in der Kompetenz des Gemeinderats.

 

«Ziel ist es, dem Quartier flexiblen und modernen Schulraum für den langfristigen Bedarf bereitzustellen», schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung. Sie erwartet, dass das Quartier wächst - hinzu kämen die veränderten Normen und Unterrichtsmethoden. Deshalb sei nebst der Sanierung auch eine Vergrösserung der Schulanlage notwendig. Der Wettbewerb soll «die beste Lösung für ein nachhaltiges, quartierverträgliches Projekt von hoher Qualität» ermöglichen.

 

Neu für 16 statt 12 Klassen

Vorgesehen ist ein Projektwettbewerb mit Vorausscheidung. In einem ersten Schritt werden rund zehn geeignete Planungsteams - Architektur und Landschaftsarchitektur - für die Aufgabe selektioniert. In einem zweiten Schritt erarbeiten diese Teams je ein Projekt. Aus diesen wird der Sieger erkoren. Quartier, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen sollen sich einbringen können. «Die Schulleitung ist direkt in das Projekt eingebunden», heisst es weiter. Geplant ist, die teilweise schützenswerten Gebäude energetisch und technisch auf den neusten Stand zu bringen und sie «basisstufen-tauglich und behindertengerecht» anzupassen. Die Kapazität wird von 12 auf 16 Klassen erweitert, die Tagesschule vergrössert. Eine Doppelturnhalle soll auch von Thuner Sportvereinen genutzt werden können. Die Stadt will auch den Aussenraum aufwerten und ihn ausserhalb des Schulbetriebs der Bevölkerung zur Verfügung stellen.

 

Bekanntlich strebt die Stadt Thun das Label «Energiestadt Gold» an. Deshalb soll die Anlage mit einem möglichst hohen Anteil erneuerbarer Energie versorgt werden. «Dank einer flexiblen Nutzung der Räume und Nutzungssynergien kann der Flächenverbrauch optimiert werden», schreibt die Stadt. Die Wirtschaftlichkeit sei ein bedeutendes Beurteilungskriterium im Architekturwettbewerb.

 

2026 an der Urne?

Bleibt am Schluss die Frage: Wann wird überhaupt gebaut? Eine einfache Antwort kann der Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt nicht liefern. Liegt das Ergebnis des Wettbewerbs dereinst vor, wird der Stadtrat über einen Projektierungskredit für ein Bauprojekt abstimmen - laut Stadt wohl bis 2024. Nach der Planung und Projektierung entscheidet voraussichtlich 2026 das Stimmvolk über das Projekt.

 

Wie rasch danach die Umsetzung erfolgen kann, hängt stark davon ab, ob diese bei laufendem Schulbetrieb möglich ist oder nicht. «Die Wettbewerbsteilnehmenden sollen einen optimalen Rochadevorschlag innerhalb des Schulareals aufzeigen; parallel dazu werden verwaltungsintern auch alternative Szenarien geprüft (Auslagerung Schulbetrieb)», schreibt der Gemeinderat. Um die Eltern und das Quartier einzubinden, sei ein regelmässiger Austausch mit Leist und Elternrat geplant. Laut den Stadtratsunterlagen könnten Sanierung und Umbau 2032 abgeschlossen sein.

Das Schulhaus platzt aus allen Nähten!

Bericht Lerchefädere 117 vom Juni 2021

Im Jahr 2018 ist Thun von UNICEF Schweiz als kinderfreundliche Gemeinde ausgezeichnet worden! In der Märzausgabe 2021 des Thun Magazins ist zu lesen, dass die bereits familienfreundliche Stadt Thun für Familien in Zukunft noch attraktiver werden will!

Es sei deshalb zu Beginn die Frage erlaubt, wo und inwiefern sich diese Kinder- und Familienfreundlichkeit der Stadt Thun in der Infrastruktur der Schulen und Kindergärten im Lerchenfeld zeigt? In vielen Quartieren der Stadt Thun wird rege neu gebaut oder ältere Wohnhäuser werden liebevoll saniert und an jüngere Generationen weitergegeben. So auch im Lerchenfeld-Quartier! Tatsächlich ist die Bevölkerungszahl im Lerchenfeld in den letzten Jahren auf über 3000 Einwohner gewachsen. Wen erstaunt es da, dass unter den Neuzuzügern viele Familien mit Kindern sind? Dass diese Kinder früher oder später hier im Quartier zur Schule gehen, ist logisch! So ist es aktuell auch nicht überraschend, dass das Lerchenfelder Schulhaus samt Kindergärten in seiner fast 100-jährigen Geschichte wieder einmal mehr aus allen Nähten platzt! Der Lerchenfeldleist wie auch der Elternrat Lerchenfeld beobachten diese Entwicklung schon seit längerer Zeit. Im gemeinsamen Austausch über diese besorgniserregende Schulraum-Knappheit haben sich der Leist wie auch der Elternrat entschieden, in dieser Angelegenheit zusammen zu arbeiten. In einem Brief an die Verantwortlichen der Stadt geht es unter anderem um folgende Fragen:

 

·       Weshalb kann die Stadt die vorhersehbare Entwicklung des Platzmangels in den Kindergärten und der Schule Lerchenfeld scheinbar nicht rechtzeitig deuten/erkennen?

·       Weshalb hinkt die Stadt seit fast 100 Jahren mit der Raumschaffung immer hinterher?

·       Und warum wird die Lerchenfelder Bevölkerung und die Lehrerschaft immer wieder über Jahre vertröstet, obwohl diese frühzeitig auf den Schulraummangel hingewiesen haben?

 

Im Thuner Tagblatt konnte man lesen, dass das Lerchenfelder Schulhaus saniert wird. Tatsache ist jedoch, dass es noch mindestens sieben Jahre geht bis die Kinder und Lehrpersonen in unserem Quartier davon profitieren. Und wie soll es die nächsten sieben Jahre weitergehen? Denn die jetzigen Platzverhältnisse und Mängel sind gravierend! Und die Lehrerschaft weist schon seit Jahren daraufhin, …

…  dass die vorhandenen Klassenzimmer und Garderoben viel zu klein sind für so grosse und

     überdurchschnittlich vielfältige/heterogene Klassen.

…  dass Gruppen- und Spezialräume weitgehend fehlen.

…  dass die Turnhalle zu klein und mehr als sanierungsbedürftig ist, wenn sogar ganze Fensterscheiben wegen zu sprödem Kitt aus dem Rahmen fallen.

…  dass sich die Tagesschule Jahr für Jahr mit den viel zu engen Verhältnissen einfach arrangieren muss.

…  dass gewisse Räumlichkeiten der Schulanlage im Winter wegen des veralteten Heizsystem fast nicht warm zu kriegen sind.

…  dass die Schulleitung wie auch die Lehrpersonen Unglaubliches leisten, damit ein halbwegs Lehrplan-21-orientierter Unterricht mit dem vorhandenen Raumangebot überhaupt möglich ist.

 

All diese Rahmenbedingungen führen zu einer hohen Belastung für die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen, die unter solchen Bedingungen jeden Tag ins Schulhaus kommen und ihr Bestes geben. Sind die vielen Lehrpersonen-Wechsel und internen Rochaden im Team vielleicht eine Folge dieser Rahmenbedingungen? Kann die Schule Lerchenfeld unter diesen Umständen überhaupt «wettbewerbsfähig» sein? Anders ausgedrückt: Warum sollte eine Lehrperson sich an einer Schule mit solchen Arbeitsbedingungen bewerben? Auch für die Kinder ist es schwierig, wenn sie sich teilweise jährlich oder mehrmals pro Schuljahr auf eine neue Lehrperson einstellen müssen. Nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass die Kinder in den kleinen Schulzimmern einer konstanten, erheblichen Reizüberflutung und Lärmbelastung ausgesetzt sind.

Wie kommt es also, dass all diese Hinweise auf die vielfältigen baulichen Missstände an der Lerchenfelder Schule seitens der Verantwortlichen der Stadt scheinbar nicht gehört und nur halbherzige Lösungen präsentiert werden. Hat es damit zu tun, dass die Lerchenfelder Bevölkerung viel zu lange einfach geschwiegen hat und sich immer wieder vertrösten liess? Andere Thuner Quartiere, wie etwa das Strättligen Quartier, sind diesbezüglich weitaus aufmüpfiger, kritischer und lauter unterwegs … Erhalten sie deswegen ihren Schulhausumbau nun auch früher?

So fordert der Lerchenfeldleist und der Elternrat konkrete und zeitnahe bauliche Massnahmen zur Verbesserung der Schulraumsituation noch bevor das Schulhaus offiziell saniert und erweitert wird. Also jetzt und unverzüglich, denn die aktuelle «Pflästerlipolitik» ist unbefriedigend! So erhoffen wir uns, dass wir die Lehrpersonen an der Schule Lerchenfeld halten können und auch die Kinder mit Freude zur Schule gehen und sich gut entwickeln. Wir hoffen, dass das ewige Vertrösten ein Ende nimmt!

 

 

Um den «Leidensweg» der Schule Lerchenfeld in den fast 100 Jahren aufzuzeigen, werden in der nächsten Ausgabe der Lerchefädere die verschiedenen Bau-Etappen des Schulhauses Lerchenfeld ab den 1920er Jahren dargestellt.


Stadt plant neue Sporthalle im Lerchenfeld

29. Mai 2021, Thuner Tagblatt, Marco Zysset / Foto: Patric Spahni

 

Schulraumplanung Thun treibt die Erweiterung der Schulanlage Lerchenfeld voran. Von einer neuen Zweifachsporthalle sollen auch die Vereine profitieren.

 

Im letzten Oktober, als diese Zeitung aufzeigte, wie die Stadt Thun in den nächsten Jahren ihre Schulanlagen sanieren und modernisieren will, war die Rede davon, dass im Lerchenfeld rund 24 Millionen Franken investiert werden sollen. Am Freitag zeigte der Gemeinderat nun die nächsten Schritte auf - und präsentierte mit 37 Millionen Franken ein Preisschild, das markant teurer ist als noch vor rund neun Monaten. Was ist passiert?

«Die Kostenschätzung vom letzten Herbst basierte auf einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2018», sagt Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) auf Anfrage. Mittlerweile liegt eine neue Studie vor, die ein neues Kernelement beinhaltet: den Bau einer Doppelturnhalle, die sowohl von der Schule als auch von Vereinen genutzt werden kann.

 

Feld für Unihoc & Handball

«Auf einem Spielfeld von 20 mal 40 Metern sind Unihockey-Grossfeld- sowie Handballspiele möglich», sagt Konrad Hädener. Allein dieser Kostenpunkt wird in der Machbarkeitsstudie auf rund 11 Millionen Franken beziffert. Für die Realisierung aller Erweiterungen muss die Stadt zusätzliche Landfläche erwerben und umzonen. «Entsprechende Verhandlungen zwecks Erwerb von Teilen der Bundesgärtnerei waren erfolgreich», heisst es in der Medienmitteilung der Stadt zum Thema.

Doch warum leistet sich die Stadt Thun in finanziell schwierigen Zeiten eine neue Doppelturnhalle in einem Aussenquartier? «Weil der Bedarf gegeben ist», sagt Hädener. Damit meint er nicht nur den Bedarf seitens der Schule, sondern auch seitens der Sportvereine. So suchen beispielsweise die Unihockeyaner vom UHC Thun händeringend nach neuen Trainingsmöglichkeiten, seit klar ist, dass sie nicht mehr in der neuen Armeesporthalle trainieren können. In ihren Dimensionen dürfte die neue Halle im Lerchenfeld übrigens besagter Armeesporthalle ähneln.

Was Hädener nicht sagt, aber wohl auch eine Rolle gespielt haben dürfte beim Zeitpunkt der Kommunikation der nächsten Schritte des Schulausbaus im Lerchenfeld: Eine neue Sport- oder Mehrzweckhalle wird von den Initiantinnen und Initianten der Thuner Zonenplaninitiative (ZPI) immer mal wieder als mögliche Nutzung für jene Parzelle ins Spiel gebracht, auf der die Stadt einen Abfallsammelhof bauen möchte. Mit dem Projekt einer neuen Sporthalle bei der Schulanlage nimmt der Gemeinderat den Initiantinnen und Initianten gehörig Wind aus den Segeln.

 

Raum für 16 Klassen

In seiner Medienmitteilung betont der Rat: «Die Sanierung und Erweiterung der Schule Lerchenfeld hat für den Gemeinderat höchste Priorität.» Die zu erwartende Quartierentwicklung und die veränderten Normen (Lehrplan 21) bedingen eine Vergrösserung der Schulanlage, schreibt er weiter. Die Machbarkeitsstudie sieht Schulraum für 16 Klassen vor, gegenüber aktuell 12 Klassen. Zudem wird die Tagesschule vergrössert.

Der denkmalgeschützte Altbau wird gesamtsaniert und so umgebaut, dass er für den Unterricht auf der Basisstufe - Kindergarten bis zweite Klasse - genutzt werden kann. Weiterer Platzbedarf soll mit Neubauten gedeckt werden. Die Stadt will das Projekt gemäss dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) umsetzen. Dies bedeutet beispielsweise, dass die Anlage energetisch auf den neusten Stand gebracht wird. Die Machbarkeitsstudie geht von einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren aus.

Das Projekt im Lerchenfeld ist in der aktuellen Schulraumplanung nicht nur das grösste Schulbauprojekt, sondern aufgrund der Rahmenbedingungen auch eines der komplexesten. Laut Konrad Hädener ist diese Komplexität ein weiterer Faktor, der das Projekt im Vergleich zur ersten Studie verteuert hat. «Weil wir die Sanierung und die Erweiterung unter laufendem Schulbetrieb planen und auf die Verteilung von Klassen auf andere Schulanlagen verzichten wollen, braucht es für die Bauzeit aufwendigere Provisorien für den Unterricht», sagt er. Das verteure das Projekt um gut 2 Millionen Franken.

 

Folgen für den Quartiertreff

Um die Bedürfnisse, Wünsche und Ideen der Schülerinnen und Schüler, der Lehr- und Betreuungspersonen und des Quartiers abzuholen, führte die Stadt Thun in den letzten Monaten ein Partizipationsverfahren durch. Ideen und Vorschläge werden von einem Fachgremium gesichtet und beurteilt. Der priorisierte Ideenkatalog wird im Winter 2021 den teilnehmenden Architekturbüros unterbreitet, die am Architekturwettbewerb teilnehmen, den das Amt für Stadtliegenschaften derzeit vorbereitet.

Parallel zur Planung des Bauprojekts erhebt die Stadt aktuell den konkreten Raumbedarf bis zur Fertigstellung der neuen Schulanlage. Zu prüfen sind eine Optimierung der aktuellen Raumnutzung, allfällige bauliche Massnahmen in den bestehenden Räumen und das Erstellen eines Provisoriums. Unabhängig davon sucht die Stadt im Lerchenfeld eine Liegenschaft für die räumliche Entlastung auf dem Schulareal. Ab August wird zudem eine befristete dritte Kindergartenklasse eröffnet.

Die durchgeführte Machbarkeitsstudie zeigt das Erweiterungspotenzial auf dem Schulareal auf, das sich auch auf den Rest des Quartiers auswirkt. So soll der Jugend- und Quartiertreff Lerchenfeld (JQL), der sich heute auf dem Schulareal befindet, verlegt werden, um eine bessere und effizientere Anordnung der Schulräume zu ermöglichen. Die Idee, das Quartierzentrum ins frühere Feuerwehrmagazin zu zügeln und dieses dafür aufzustocken, hat indes bereits den Widerstand von Einsprecherinnen und Einsprechern provoziert.


Mitgestalten bei der Sanierung, dem Ausbau unserer Schulanlage


Kritik am Zeitplan für den Schulausbau

15.09.2020  Thuner Tagblatt online, Andreas Tschopp

 

Dass es sechs Jahre dauern soll, bis das Quartier eine erweiterte Schule erhält, wurde an der Leistversammlung kritisiert.

Gleich eine vierköpfige Delegation der Stadt Thun erschien zur Hauptversammlung des Lerchenfeld-Leists, um dort die Pläne zur Sanierung und Erweiterung der Schule Lerchenfeld zu erklären. Die Stadt will bekanntlich 24 Millionen Franken investieren in das Projekt, das als eines von fünf zuoberst auf der Prioritätenliste steht.

 

Wie Gemeinderat Konrad Hädener einleitend ausführte, sei die Schulraumplanung langfristig ausgerichtet und werde von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ein wichtiger Faktor ist im Lerchenfeld die Verlegung des Quartierzentrums ins alte Feuerwehrmagazin. Für dessen Planung und Projektierung werde im Oktober dem Stadtrat ein Kredit von fast 1,9 Millionen beantragt, erfuhr die Versammlung.

 

«Eine Zumutung»

Diese wurde weiter darüber orientiert, dass eine zweite Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wurde für die Schulerweiterung, die als Basis dienen soll für den 2021 geplanten Architekturwettbewerb. Mit dem Abschluss der Planungsphase wird 2023 gerechnet, sodass ab 2024 bis 2026 die Ausführung erfolgen könne.

 

Dieser Zeitplan stiess auf Kritik bei einer Mutter und Lehrerin, die ihn als «Zumutung» bezeichnete und folglich von einem «Debakel» sprach. «Ihr müsst jetzt loslegen», verlangte daher ein Votant von den Vortragenden.

 

Im Moment sei «nichts zu machen», hiess es, und daher seien «kreative Lösungen gefragt». Der Leiter des Amts für Stadtliegenschaften, Thomas Zumthurm, gestand ein, die Planung sei «nicht rechtzeitig» angelaufen, und er bemühte sich um Entspannung, indem er betonte: «An unserem guten Willen fehlt es nicht.»


Mehr Platz für Schulanlage

Sehr schnell ist das Chalet Vergangenheit.

 

7. Oktober 2019

Thuner Tagblatt, 2. August 2019

Das Lerchenfeld benötigt mehr Schulraum. Das Haus an der Langestrasse 53 soll deshalb einem Neubau weichen.

Im Lerchenfeld wächst die Anzahl schulpflichtiger Kinder, wie die Stadt Thun mitteilt. Unter Berücksichtigung der Entwicklungsmöglichkeiten könne man davon ausgehen, dass das Wachstum anhält und damit auch der Bedarf an Schulraum zunimmt. Die Schulanlage Lerchenfeld ist jedoch in die Jahre gekommen. Die Gebäude sind, mit Ausnahme der neueren Bauten, sanierungsbedürftig. Zudem mangelt es der Schule an ausreichend Räumlichkeiten für einen zeitgemässen Unterricht. Der Gemeinderat hat aus diesen Gründen Ende 2018 entschieden, die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Lerchenfeld mit hoher Priorität anzustreben.

 

Chalet wird abgerissen

 Um die Raumbedürfnisse der Schule Lerchenfeld erfüllen zu können, hat das Amt für Stadtliegenschaften eine Machbarkeitsstudie über die ganze Zone für öffentliche Nutzung (ZöN) erstellt. Das stadteigene Wohnhaus an der Langestrasse 53 befindet sich ebenfalls auf dem Schulareal. Die Studie hat ergeben, dass die Fläche für die Entwicklung des Areals zwingend nötig ist: Idealerweise kann die Schulanlage mit neuen Bauten anstelle des Chalets erweitert werden. Eine Umnutzung jenes sanierungsbedürftigen Hauses wäre unwirtschaftlich und wurde aufgrund der kleinen Räume sowie der schlechten Bausubstanz verworfen. Das Haus solle abgebrochen werden, heisst es weiter.

 

In einem nächsten Schritt sieht die Stadt Thun 2020/21 einen Architekturwettbewerb vor, der die neue bauliche Organisation des Schulareals aufzeigen soll. Die Sanierung und Erweiterung ist für die Jahre 2024/25 geplant. (pd)