Thuner Tagblatt vom 17. Dezember 2021

 

Uttigenstrasse wird morgen geöffnet

 

Thun Nach rund 40 Jahren wird die Uttigenstrasse wieder auf der gesamten Länge vom Lerchenfeldquartier bis zur Regiestrasse für den Fuss- und Veloverkehr geöffnet.

 

Vor fast 20 Jahren schon wurde darüber diskutiert, 2016 folgte ein Postulat im Thuner Stadtrat. Morgen ist es so weit: Die Uttigenstrasse wird auf ihrer Gesamtlänge für den Langsamverkehr freigegeben. Sie ist rund um die Uhr geöffnet. Damit existiert nun eine durchgehende Langsamverkehrsverbindung zwischen Uetendorf Allmend und dem Thuner Selveareal. «Die Stadt Thun kann damit eine wichtige im Gesamtverkehrskonzept vorgesehene Massnahme zur Schliessung dieser Netzlücke umsetzen», heisst es in einer Mitteilung, die die Stadt gestern versandte.

Der mittlere Teil der Strasse - zwischen der Einmündung des Franzosenwegs im Lerchenfeldquartier und dem Bereich auf Höhe der Panzerbrücke - war für Fussgängerinnen und Velofahrer in den letzten rund 40 Jahren gesperrt, weil das Areal dort militärisch genutzt wurde. Der kommunale Richtplan aus dem Jahr 2014 sieht allerdings vor, dass die militärische Nutzung schrittweise in eine zivile Nutzung überführt und das Areal erschlossen wird. Nach Verzögerungen - so wurde die Öffnung erst für Ende 2020, dann für Sommer 2021 angekündigt - starteten die beiden Eigentümerinnen, die Ruag Real Estate AG und die Armasuisse, im August mit den Bauarbeiten für die Öffnung der Strasse (wir berichteten). Die erste Bauetappe ist nun abgeschlossen.

 

Der motorisierte Verkehr gelangt wie bisher über die Regiestrasse auf das Areal. Es werden Poller installiert, damit motorisierte Fahrzeuge die Strasse nicht als direkte Verbindung ins Lerchenfeld nutzen. Auf der Uttigenstrasse gilt eine Maximalgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde.

 

Künftig ein Wohn- und Arbeitsquartier

Entlang der Uttigenstrasse sind sowohl Dienstleistungs- und Gewerbeunternehmen wie auch Bundesbetriebe beheimatet. Gemäss dem Stadtentwicklungskonzept 2035 soll das nördlich der Bahnlinie gelegene Gebiet des Entwicklungsschwerpunkts ESP Thun Nord dereinst zu einem Mischgebiet mit verschiedenen Wohn- und Arbeitsnutzungen werden. Diese Weiterentwicklung will die Stadt Thun mit der Ruag Real Estate AG und der Armasuisse in den nächsten Jahren konkretisieren, wie sie schreibt. Die Ruag, die gestern ebenfalls eine Mitteilung zur Strassenöffnung verschickt hat, versprach darin, dass im Januar 2022 weitere Informationen zum Entwicklungsprojekt folgen werden. In der ersten Bauetappe wurden, wie es in der städtischen Mitteilung heisst, insbesondere im Abschnitt Panzerbrücke bis Franzosenweg die Sicherheitsschleusen und -zäune umplatziert. Gleichzeitig ersetzte die Energie Thun AG die Gas- und Wasserleitungen und verlegte das neue Stromtrasse für die Beleuchtung.

 

Im kommenden Jahr setzen die Ruag und die Armasuisse die Bauarbeiten von der Panzerbrücke in Richtung Regiestrasse fort. Vorgesehen sind neue Gehwege und Beleuchtung. Zudem werden Gleise und strassennahe Vordächer entfernt, die seitlichen Ausfahrten angepasst und ein neuer Belag eingefügt. Diese Baumassnahmen werden bis Sommer 2022 abgeschlossen. Der Verkehr kann während dieser Zeit normal zirkulieren. Nach Abschluss der Arbeiten geht die Uttigenstrasse samt den Gehwegen - insgesamt sind dies knapp 10’000 Quadratmeter Fläche - ins Eigentum der Stadt Thun über. Bereits ab dem 1. Januar 2022 übernimmt das Tiefbauamt den Winterdienst und den Reinigungsunterhalt. (pd/jzh)


Oeffnung Uttigenstrasse - Baugesuch RUÖ


Busschleife via Uttigenstrasse auf Jahre sistiert

«Stehen mit dem Rücken zur Wand da»

Thuner Tagblatt, 14.05.2021, Nelly Kolb

 

Die geplante Verlängerung der Busroute im Lerchenfeld dürfte begraben sein. Der Status quo mit Endstation Ortsstrasse hat aber Mängel. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

 

«Wie lang müesse mer äch no warte u im Räge über d Strass zur Bushaltestell joggle», nervt sich die «Chiflere» in ihrer Kolumne im Quartierblatt «Lerchefädere». Darum gehts: Es war geplant, die STI-Busroute der Linie 4 um eine Schlaufe bis zur Uttigenstrasse zu verlängern. Die Stadt hat letzten Herbst im Rahmen von Werkleitungsbau und Strassensanierung vorausschauend an der Langestrasse bereits eine neue, gedeckte und beleuchtete Halt-Wartestelle gebaut. Da hat aber bis heute noch nie ein Bus gehalten. «Är cha gar nid, wiu er nid um e Egge chunnt», hat die «Chiflere» festgestellt. Die Endstation liegt nach wie vor an der Ortsstrasse.

 

Auf Jahre sistiert

Die Idee der Routenverlängerung entstand im Rahmen der Diskussion zur Aufwertung und zivilen Nutzung des Entwicklungsschwerpunktes (ESP) Thun-Nord. Sie hätte einerseits die gewachsene Wohnbevölkerung im unteren Lerchenfeld und anderseits die neue Arbeiterschaft auf dem Armeegelände ennet der Bahnlinie besser mit dem öffentlichen Verkehr versorgt. Diverse Versuchsfahrten belegten: Die Verlängerung wäre mit Anpassungen grundsätzlich machbar.

Alle waren einverstanden: die STI, die Stadt und die regionale Verkehrskonferenz und der Leist. Auf die Zustimmung und den Ausführungsauftrag des Kantons warteten Stadt und STI aber vergeblich. Denn inzwischen war die Idee aufgetaucht, den ESP Nord mit einem neuen Bahnhof an den ÖV zu binden. Das stellte die STI-Routenverlängerung infrage.

«Der Kanton würde nur wegen einer neuen Haltestelle - an der Uttigenstrasse - kein zusätzliches Fahrzeug mitfinanzieren», hielt Michael Gassner von der Thuner Fachstelle Umwelt, Energie, Mobilität gegenüber dieser Zeitung fest. Der Kanton befand das Vorhaben bezüglich Aufwand und Nutzen für unverhältnismässig und hat deshalb eine Aufnahme ins Angebotskonzept bis 2025 abgelehnt.

 

Status quo mit Mängeln

Das bedeutet für die Busnutzer der Linie 4 den Status quo. Der hat aber Mängel. Weil ein Hausbesitzer der Ortsstrasse die Endstation nicht mehr vor seiner Liegenschaft haben wollte, wurde diese leicht nach Norden verschoben. Steht dort ein Bus, wird die Sicht für Auto- und Velofahrer unübersichtlich, wenn nicht gar gefährlich.

Um die Ecke zur neuen Haltestelle an der Langestrasse fahren kann der Bus nicht, weil der Radius nicht reicht. Den Radius aufweiten oder ein Fahrgastunterstand bei der aktuellen Haltestelle bräuchte private Landflächen. Solche wollen die Anwohner nicht abtreten, und die Stadt will sich nicht auf ein langjähriges und teures Enteignungsverfahren einlassen.

 

Nicht «sehr glücklich»

«Eine bessere Erschliessung des unteren Lerchenfelds mit dem ÖV hätte durchaus Sinn gemacht», fand Leist-Präsident Roland Götz auf Anfrage. Dort seien in jüngster Zeit viele neue Wohnungen entstanden. Wenn die grössere Schlaufe nicht komme, sei das zwar schade, aber kein Weltuntergang.

«Wir waren nicht Initiant der Verlängerung», betont Jürg Lehmann (Leiter Angebot/Planung STI). Die grössere Schlaufe hätte aber zweifellos Sinn gemacht. Diverse Versuchsfahrten hätten die Machbarkeit bestätigt; allerdings nur für «normal» grosse Fahrzeuge. Mit der jetzigen Haltestellensituation sei man momentan nicht «sehr glücklich».

 

«Doch etwas überrascht»

«Wir sind über die Sistierung des Vorhabens doch etwas überrascht und stehen nun mit dem Rücken zur Wand da», gesteht Rolf Maurer, Chef Tiefbauamt Thun. Er bestreitet auch nicht, dass die jetzige Situation «nicht optimal» sei.

Nicht bestritten sei das Bedürfnis nach einem geschützten Unterstand, vor allem bei schlechtem Wetter. Immerhin sei ein solcher mit der neuen, aber nun nicht bedienbaren Haltestelle an der Langestrasse vorhanden. Sie liegt schräg gegenüber der Endstation an der Ortsstrasse. Die Wartenden können zwar bei Regen bei der neuen Haltestelle unterstehen, müssen dann aber schräg über die Strasse an die Endstation sprinten.

«Wir suchen nach Lösungen», verspricht Maurer. Trotzdem: Auch andernorts, zum Beispiel beim Thuner Bahnhof, müsse man «ein paar Schritte» zum wartenden Bus gehen, auch bei Regen. Daran, dass sich an der Situation in absehbarer Zeit etwas ändern wird, glaubt er nicht. «Einen neuen Bahnhof werde ich wahrscheinlich nicht mehr erleben», meinte der knapp 65-Jährige mit Schmunzeln. Die Realisierung ist auf nach 2035 verschoben worden.


Befahren Bypass-Kreuzung mit dem Velo

 

Nach einem Jahr Betrieb wird die Bypass Kreuzung durch Velofahrende auf diverse Arten befahren.

Die gesamten Hinweise finden Sie im PDD.

 

Beispiel:

Richtig ist A: Vom Lerchenfeld Richtung Stadt, Halt in der Bucht für die Rechtsabbieger Richtung General-Wille Str. Beachtet wird die Verkehrsampel.

 

 

 

 

 

 

 

 

Falsch ist B: Vom Lerchenfeld Richtung Stadt, Halt an der vorderen Markierung. Beachtet wird die Veloampel

 

Grund: Bei Variante B wird folgende Verkehrsregel verletzt: «Missachtung eines Rotlichts».

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