Vandalen zündeten Plakate an

9.Februar 2021 Thun Tagblatt, Janine Zürcher

 

Im Naturschutzgebiet Schintere von Pro Natura Bern haben Unbekannte ihr Unwesen getrieben.

Die verkohlten Reste der Plakate von Pro Natura Bern hingen auch gestern Nachmittag noch an den Bäumen im Lerchenfelder Naturschutzgebiet Schintere. Zum wiederholten Mal haben dort am Wochenende Vandalen gewütet und das Eigentum der Naturschutzorganisation zerstört. Verena Wagner, Präsidentin von Pro Natura Bern, berichtet von zahlreichen weiteren Beispielen von Vandalismus im rund drei Hektaren grossen Gebiet zwischen Aare und Bahnlinie. Das Gebiet ist seit 2001 im Besitz der Organisation. «Es werden etwa Bäume gefällt, oder Totholz wird entwendet», schildert Wagner. Auch Sitzbänke aus Holz haben zerstörungswillige Zeitgenossen schon mutwillig beschädigt, und Müll liege teilweise massenhaft im Gebiet herum. Nun prüft Pro Natura Möglichkeiten, um gegen die unbekannte Täterschaft vorzugehen.

 

«Solche Vorfälle verursachen einen enormen Aufwand»

Am Wochenende haben Unbekannte im Gebiet Schintere im Lerchenfeld Eigentum von Pro Natura zerstört. Die Organisation will Konsequenzen ziehen.

Es ist ein idyllischer Ort, der sich auf rund drei Hektaren zwischen der Aare und der Bahnlinie im Lerchenfeld erstreckt: das Naturschutzgebiet Schintere, Eigentum von Pro Natura Bern. Neben Waldfläche umfasst das Areal auch einen abgesperrten Bereich, der Lebensraum für Laubfrösche und zahlreiche andere Amphibien und Insekten bietet. Ausserdem gehört ein öffentlich zugänglicher Platz mit einem Weiher, Trockenmauern und mehreren Sitzbänken zum Schutzgebiet.

Doch immer wieder kommt es auf dem Grund und Boden von Pro Natura Bern zu Zwischenfällen. Auch am letzten Wochenende, wie Verena Wagner, Präsidentin von Pro Natura Bern, gestern Nachmittag bei einem Rundgang über das Areal erzählt. «Unbekannte haben Plakate, die wir an einigen Bäumen entlang des Waldweges angebracht haben, angezündet», sagt sie und zeigt auf die verkohlten Überreste der Schilder. Sie verweisen darauf, dass der Wald Eigentum der Organisation ist und nicht betreten werden sollte.

 

Bäume gefällt

Genau dies geschehe jedoch immer wieder, sagt Wagner. «Mehrmals schon riefen mich Spaziergänger an und informierten mich darüber, dass sie Leute beobachtet hätten, die in unserem Wald Bäume fällen und diese abtransportieren.» Auch Totholz, das Pro Natura absichtlich im Wald liegen lässt, um neue Lebensräume für Tiere zu schaffen, werde entwendet.

Ein Metallschild mit Informationen zum Schutzgebiet, das die Organisation im letzten Frühling beim Aaresteg platziert hatte, sei nach wenigen Wochen spurlos verschwunden. Und herumliegenden Müll würden freiwillige Helfer jeweils tütenweise einsammeln.

 

Platz soll geöffnet bleiben

Rund um den öffentlichen Bereich gibt es ebenfalls Probleme. Die Sitzbänke aus Holz wurden im letzten Jahr ersetzt, weil sie, so Wagner, zerstört worden waren. Auch würden - teils grosse und schwere - Steine aus den Trockenmauern in den Teich geworfen. «Wir möchten den Platz nicht absperren und damit eine Mehrheit von friedlichen Besuchern bestrafen, nur weil ein paar Einzelne sich nicht respektvoll verhalten», sagt die Natur- und Umweltfachfrau. «Doch solche Vorfälle verursachen enormen Aufwand, zeitlich und finanziell.» Für die Pflege und den Unterhalt des Schutzgebiets werden im Übrigen jährlich rund 200 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet.

Besonders im vergangenen Jahr habe Pro Natura mehr derartige Vorfälle registriert als in anderen Jahren. «Durch den Lockdown zog es wohl noch mehr Menschen nach draussen in die Natur. Das ist an und für sich gut - solange nichts beschädigt wird.»

 

Kommt es zur Anzeige?

Sie wünsche sich, sagt Verena Wagner, dass mehr Passantinnen und Passanten, die Übeltäter beobachteten, eingreifen oder sie informieren würden. Im Hinblick auf den Vorfall vom Wochenende wolle Pro Natura Bern Konsequenzen ziehen: «Wir prüfen nun, ob wir Anzeige gegen unbekannt erstatten.»

Janine Zürcher