Stadt Thun entwickelt mit der Halter AG das Baufeld B5

TT vom 29. August 2020

 

Der Gemeinderat hat die Halter AG als Entwicklungspartnerin für das Baufeld B5 im ESP Thun Nord bestimmt. Das Bau- und Immobilienunternehmen überzeugte im Wettbewerb mit seinem Projekt «Campus Thun». Im September 2020 startet die Detailplanung für die Entwicklung des Areals. Im Jahr 2023 soll die Empa ihren neuen Sitz beziehen.

 

Anfang dieses Jahres hat die Stadt Thun das Baufeld B5 auf dem Areal des ESP Thun Nord von der armasuisse im Baurecht übernommen. Parallel zur Erarbeitung des Baurechtvertrages suchten Stadt und Empa in den letzten eineinhalb Jahren im Rahmen eines strukturierten, mehrstufigen Prozesses und Wettbewerbsverfahrens einen Entwicklungspartner für das Areal. Von anfänglich vier Interessenten arbeiteten zwei eine konkrete Projektstudie aus. Ein Beurteilungsgremium unter der Leitung von Dieter Bachmann (pool Architekten Zürich) mit ausgewiesenen Fachleuten wertete die beiden Vorschläge zuhanden des Gemeinderates aus. Dieser bestimmte schliesslich die Halter AG als Kooperations- und Entwicklungspartnerin.

 

«Campus Thun» - ein überzeugendes Siegerprojekt

Halter AG setzte sich intensiv mit dem Baufeld B5 und der angrenzenden Umgebung auseinander. Der Projektvorschlag mit dem Arbeitstitel «Campus Thun» überzeugt als städtebaulich hochwertige Gesamtlösung und erfüllt die von der Stadt Thun gestellten Anforderungen und Bedingungen. Das Siegerprojekt hat das Potenzial zum Meilenstein auf dem Areal des ESP Thun Nord. Die blockartig angeordneten Gebäude haben urbanen Charakter und verkörpern Aufbruchstimmung und Innovation. Das Aussenraumkonzept umfasst nebst verbundenen Dachgärten Begrünungen in allen Dimensionen und harmoniert gut mit dem vorgesehenen Park. Der Einbezug der alten AMP-Tankstelle als thematische Brücke zur Vergangenheit fügt sich elegant in das Gesamtkonzept ein.

 

Grosse Bedeutung infolge Bahnhof Thun Nord

Mit dem Entscheid, den Bahnhof Thun Nord in den Ausbauschritt 2035 des strategischen Entwicklungsprogrammes der Bahninfrastruktur aufzunehmen, fällt dem Baufeld B5 eine hohe Bedeutung zu. In kurzer Gehdistanz zum neuen Bahnhof gelegen, präsentiert sich die primäre adressbildende Seite der Parzelle neu an der Nordseite. Das Projekt «Campus Thun» hat diesen Sachverhalt überzeugend aufgenommen und eine attraktive zweigeschossige Front mit Säulen als Gestaltungselemente vorgesehen. Das Areal kann künftig dem neuen Thuner Verkehrsknoten gerecht werden und stellt eine einladende Begegnungszone dar.

 

 

Grosses Potenzial für An- und Umsiedlungen

 

Die Parzelle B5 ermöglicht dem Wirtschaftsstandort Thun ein Ansiedlungspotenzial von rund 50'000 m2 Bruttogeschossfläche. Die verschiedenen beabsichtigten Nutzungen können mit dem Projektvorschlag «Campus Thun» alle berücksichtigt werden. Nebst dem Technocampus, der rund um die Ankermieterin Empa entstehen soll, sind Flächen für Gewerbe und Dienstleistung vorgesehen. In Ergänzung dazu wird eine allfällige Nutzung für Übernachtung (Hotel, Longstay) in der nächsten Projektphase geprüft. Auch bezüglich der Wirtschaftlichkeit beinhaltet der Projektvorschlag von Halter AG die interessanteste Perspektive. Im September startet die Detailplanung. Die Empa soll bis Ende 2023 in den neuen Sitz einziehen. 

Halter AG

Die Halter AG ist eine der führenden Unternehmungen im Bereich Bau- und Immobilienleistungen in der Schweiz. Mit verschiedenen Geschäftseinheiten erbringt Halter AG Leistungen in den Bereichen Konzeption und Realisierung von Immobilien-Entwicklungsprojekten mit Nutzungen und Investitionen jeder Art. Verteilt auf die sechs Standorte in der Schweiz beschäftigt Halter AG rund 260 Mitarbeitende. Für den Evaluationsprozess B5 und das Projekt in Thun ist der Halter-Standort Bern zuständig.

 www.halter.ch 


Bürohochhaus: Stadt reicht Beschwerde ein gegen Entscheid des Kantons

25. Juni 2019 Medienmitteilung

Das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern beurteilt das auf der kleinen Allmend geplante Bürohochhaus als nicht genehmigungsfähig. Der Gemeinderat teilt diese Haltung nicht und hat Beschwerde eingereicht.

Der Entwicklungsschwerpunkt ESP Thun Nord auf der kleinen Allmend ist einer von fünf Premium Standorten im Kanton Bern. Er weist ein grosses Potential für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Thun auf. Auf einem Teil des Areals ist daher unter anderem der Bau eines Bürohochhauses mit mehreren Hundert Arbeitsplätzen geplant. Die entsprechende Teilüberbauungsordnung Baufeld B3 wurde nach der öffentlichen Planauflage im Jahr 2017 dem Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zur Genehmigung vorgelegt (vgl. Medienmitteilung vom 20. September 2017). Dieses erteilt lediglich eine Teilgenehmigung und beurteilt das geplante Bürohochhaus als nicht genehmigungsfähig. Der Thuner Gemeinderat sowie die Grundeigentümerin und künftige Hauptnutzerin RUAG teilen diese Haltung nicht. Sie führen deshalb gegen die erlassene Genehmigungsverfügung Beschwerde an die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion und fordern die vollständige Genehmigung der eingereichten Teilüberbauungsordnung ein. Die Stadt Thun verlangt eine oberinstanzliche Beurteilung des Hochhauses.

 

Entscheid nicht nachvollziehbar

Die Teilüberbauungsordnung Baufeld B3 bildet die Basis für die Realisierung des Bürohochhauses. Dieses ist gemäss entsprechendem Wettbewerbs-Siegerprojekt das stadtraumprägende und für das städtebauliche Gesamtkonzept zentrale Element der Teilüberbauung. Das qualitätssichernde Wettbewerbsverfahren hatte die Stadt Thun 2013 gemeinsam mit der Grundeigentümerin RUAG Real Estate AG durchgeführt. Nebst der Jury des Wettbewerbsverfahrens, bestehend aus internen und externen Fachleuten sowie Vertretern des Kantons, würdigte auch der Fachausschuss für Bau- und Aussenraumgestaltung der Stadt Thun das Siegerprojekt als Einheit positiv und beurteilte das Bürohochhaus ebenfalls als städtebaulich verträglich. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Überbauungsordnung ohne das für das Gesamtprojekt und die Entwicklung des Gebietes prägende Element des Hochhauses genehmigt werden kann. Die Teilgenehmigung, lediglich der Baubereiche für die Annexbauten, ist nicht zielführend.

 

Rückschlag für Entwicklung des ESP Thun Nord

Die Teilüberbauungsordnung Baufeld B3 ist ein wichtiges Instrument zur Umsetzung der Ziele und Strategien des Stadtentwicklungskonzeptes STEK 2035 und der Legislaturziele 2019-2022 im Sinne der Stärkung Thuns als Wohn- und Arbeitsstandort, der Verbesserung der Attraktivität als Wirtschaftsstandort sowie der Sicherung von zusätzlichen Arbeitsplätzen. Für die Entwicklung des ESP Thun Nord als Premium Entwicklungsstandort des Kantons Bern ist der Entscheid des AGR ein herber Rückschlag. Die Arealentwicklung wird nach einem langjährigen Prozess nun um weitere Jahre verzögert und muss im schlimmsten Fall neu gestartet werden. Das Baufeld B5, wo der Neubau der Empa geplant ist, ist von diesem Entscheid nicht betroffen.

 

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2019.06.26. TT Artikel Leuchturm im Kreu
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Entwicklungsschwerpunkt Thun-Nord

31.10.2018   Thuner Tagblatt

 

ESP Thun Nord EMPA Baufeld B5

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Thun, das Planungsamt und das Amt für Stadtliegenschaften

vermeldeten gestern «einen Meilenstein in der Arealentwicklung». Gemeint ist das Gelände des

Entwicklungsschwerpunktes (ESP) Thun Nord, wo in den nächsten 15 Jahren rund 62 Hektaren, die

bisher für die Armee und armeenahe Unternehmungen genutzt wurden, schrittweise neu organisiert

und zum Teil der Privatwirtschaft zugeführt werden.

Das Bundesamt für Rüstung, Armasuisse, tritt der Stadt Thun damit jenes Land ab, auf dem die Eidgenössische

Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ein neues Gebäude erstellen will. Wie Thuns Stadtpräsident Raphael

Lanz auf Anfrage eine Mitteilung der Stadt ergänzte, erhält die Stadt von Armasuisse ein langfristiges Baurecht. Die Empa

wird gemäss der Mitteilung der Stadt im Jahr 2022 als erste Nutzerin auf der Bauparzelle B5 einziehen.

  

Standort wird ausgebaut

In den letzten Jahren konnte die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Kanton den Standort der Empa in Thun langfristig

sichern. So sprach der Stadtrat im Februar 2017 einen Kredit von 1,7 Millionen Franken; im März desselben Jahres gab

auch das Kantonsparlament grünes Licht und bewilligte einen Verpflichtungskredit über 10 Millionen Franken (wir haben

berichtet). Hierbei wurde vereinbart, dass die Empa den bisherigen Standort Thun in Bezug auf Fläche und Mitarbeitende

erheblich vergrössert. Aktuell beschäftigt die Empa an der Feuerwerkerstrasse 39 in Thun rund 70 Angestellte.

 

Die Empa plant nun in Thun ein Kompetenzzentrum für neuartige Werkstoffe. Konkret geht es um die Erforschung neuer

Möglichkeiten im 3-D-Druck.

  

Stadt sucht Partner

Die künftigen Flächen auf dem sogenannten Baufeld B5 sollen in drei Etappen der Wirtschaft zur Verfügung gestellt

werden. Hierfür werde nun ein Entwicklungspartner gesucht, der das Areal mit der Stadt Thun an den Markt bringe, steht

in der Mitteilung der Stadt weiter geschrieben.

 

«Die vier eingeladenen Unternehmungen erarbeiten bis im Frühjahr 2019 einen Vorgehensvorschlag», schreibt die Stadt.

Im Rahmen einer Weiterbearbeitung mit zwei Bewerbern sei die Erarbeitung von Vorprojekten und danach die

abschliessende Wahl eines Vertragspartners vorgesehen.

 

Die Parzelle B5 liegt an der Kreuzung Allmendstrasse/General-Wille-Strasse beim Auslauf der Alpenbrücke. Sie

ermöglicht dem Wirtschaftsstandort Thun gemäss Angaben der Stadt ein Ansiedlungspotenzial von rund 50000

Quadratmetern Bruttogeschossfläche.